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Supporters Karlsruhe 1986 e.V.

08.01.2012

Antworten auf Fragenkatalog vom Sicherheitsbeauftragten der Eintracht Frankfurt AG

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Am Freitag den 06.Januar erreichte uns nun auch die Antwort von Herrn Lerch, Sicherheitsbeauftragter und Veranstaltungsleiter der Eintracht Frankfurt AG. In seinen Ausführungen geht er auf den Einsatz des Ordnungsdienstes und die Vorkommnisse zu Beginn und nach dem Spiel ein.


Die Fragestellungen der von Herrn Lerch explizit beantworteten Fragen sind fett gedruckt.

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herrn,

ich möchte Sie bitten die späte Rückmeldung zu entschuldigen. Ich habe meine Tätigkeit heute wieder aufgenommen. Ihr Anschreiben erscheint mir höchst parteiisch, dennoch möchte ich auf Ihre Fragen, zumindest den ordnungsdienstlichen Teil eingehen.
Grundsätzlich habe ich verschiedenen Institutionen mitgeteilt was an diesem Spieltag vorgefallen ist. An dieser Stelle darf ich insbesondere auf die aggressive Grundstimmung der Karlsruhefans hinweisen. Deshalb sende ich Ihnen meine Gesamtbetrachtung im Nachfolgenden zu. Darüber hinaus gehe ich insbesondere auf die Punkte 10 und 13 Ihres Fragenkataloges ein:

Als Veranstalter sind wir jedes Mal fassungslos, wenn Gewalttätigkeiten in Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen vorkommen.
Entgegen Ihrer Ausführung sehe ich den Einsatz der Polizei und des Ordnungsdienstes allerdings nicht als überzogen an. Ebenso sind auch nicht alle Fans friedlich nach Frankfurt angereist. Zur Beurteilung der Lage möchte ich Ihnen deshalb die Vorkommen des Spieles aus meiner Sicht schildern. Ich gehe dabei chronologisch vor.

Vor dem Spiel, bereits in der Anreisephase als der Entlastungszug im Bahnhof Stadion eintraf, warfen KSC-Fans Böller, Bengalos und Rauchkörper. Nachdem sich die bahnfahrenden KSC Fans am Bahnhof Stadion zusammen gefunden hatten, begab man sich in Richtung Stadion (ca. 400 Fans). Zur Fantrennung wurde den Fans eine alternative Wegeführung angeboten, die auch genutzt wurde. Beim Eintreffen an der Kontrollstelle versuchten die an der Spitze der Gruppe befindlichen Fans die Kontrollstelle zu überrennen. Dabei wurden die Ordner bereits zum ersten Mal massiv körperlich attackiert. Der Ordnungsdienst hielt jedoch dagegen und polizeiliche Einsatzkräfte kamen zur Unterstützung. Die Kontrollmaßnahmen konnten daraufhin ordnungsgemäß durchgeführt werden. Bei der Kontrolle wurden 8 Personen festgenommen, die Pyrotechnik, Passivbewaffnungen oder Vermummungsutensilien mitführten. Im Nachgang zu dieser Kontrolle informierten mich meine Ordner über eine „aggressive Grundstimmung“ der Gastfans.

Da es in den vergangenen Begegnungen zwischen der Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher Sport-Club wiederholt zu Sicherheitsstörungen und dem Abbrennen von Pyrotechnik kam, hatte ich im Vorfeld zu einer Sicherheitsbesprechung geladen an der auch der Fanbeauftragte des KSC teilnahm. Hier wurde das Gesamtsicherheitskonzept des Spieltages erörtert. Ein Teil davon war, dass das Aufhängen von Bannern und Transparenten am unteren horizontalen Zaun im Stehplatz nicht möglich ist. Dies resultiert daraus, dass diese Transparente und Banner in der Vergangenheit als Sichtschutz zum Abbrennen von Pyrotechnik genutzt wurde und eine Videoüberwachung dann nicht möglich war. Ich bat den Fanbeauftragten des KSC diese Informationen in die die Fanszene zu transportieren und erklärte ebenfalls, dass der Ordnungsdienst gehalten ist einzuschreiten, wenn hiergegen verstoßen werden sollte.

Bereits kurz vor Spielanpfiff versuchten einige KSC Fans Zaunfahnen anzubringen. Hier kam es zu weiteren Angriffen gegen die Ordner. Als dann die Spieler den Innenraum betraten wurde im Block ein blauer Rauch gezündet. Dieser Rauch verursachte stärkste Augen- und Hustenreizungen. Daraufhin versuchten Ordner diesen Gegenstand aus dem Block zu verbringen. Dabei wurden die Ordnungskräfte extrem körperlich angegangen. Die Ordner wurden bespuckt, getreten, geschlagen und mit Fahnenstangen malträtiert (Im Rahmen dieser Aktionen wurden mindestens 7 Ordner zum Teil erheblich verletzt. Ein Ordner wurde in das Krankenhaus verbracht und musste über Nacht  zur Beobachtung verbleiben, da er den Rauch eingeatmet hatte. Einem weiteren Ordner wurde im Rahmen der Auseinandersetzung ein Knochen am Handrücken gebrochen). Zu diesem Zeitpunkt kamen Einsatzkräfte der Polizei zur Unterstützung des Ordnungsdienstes hinzu. Durch massiven Einsatz von Pfefferspray ließen die KSC-Fans von den Ordnern ab und wichen zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurden aus dem Stehplatzbereich der KSC Fans verschieden Böller in Richtung der Ordner und der angrenzenden Blöcke geworfen.

Nach dem Spiel sollten die bahnreisenden Fans des KSC noch im Block verweilen, damit auch in der Abreisephase eine konsequente Fantrennung gegeben sei. Obwohl auch diese Maßnahme im Vorfeld bekannt gegeben wurde, vermummten sich einige Fans des KSC und griffen Polizeibeamte und Ordner an. Dabei warfen diese mit Bechern und anderen Gegenständen. So wurden einige Utensilien aus den Toilettenbereichen  wie auch Gegenstände des Caterers ( und ein schwerer Mülleimer zum Werfen verwendet. Darüber hinaus nahmen die Fans einen mobilen Imbissstand und schoben diesen als Rammbock über die Treppen in Richtung der polizeilicher Einsatzkräfte. Auch zu diesem Zeitpunkt schritt die Polizei mit Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock ein, um weitere Sicherheitsstörungen zu unterbinden.

Nach vorliegenden Augenzeugenberichten (Sitzplätze Oberrang, Block 21 H) kamen die Böller eindeutig aus dem an den Auswärtsblock angrenzenden Sitzplatzblock, in dem Heim- wie Gästefans bunt gemischt saßen. Es hatte den Anschein, dass damit die Gästefans provoziert werden sollten.
Warum wurden dort keine Ordner tätig und warum war dort kein einziger Polizist zu sehen?


Zu Ihrem Punkt 10 ist folgendes richtig zu stellen. Entgegen Ihren Aussagen wurden ca. 20 Ordner in den angrenzenden Block entsandt um weitere Störungen zu vermeiden oder Tätern habhaft zu werden.

Wie groß schätzt die Polizei die Chance ein, einzelne Polizisten auf Videoaufnahmen des Gästeblockeinsatzes identifizieren und somit zur Rechenschaft ziehen zu können, wenn diesen ein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann?

Zu Ihrem Punkt 13 möchte ich mich entschieden dagegen aussprechen. Wie Sie oben erkennen können, sind meine Einsatzkräfte aus Übelste angegangen worden und haben zum Teil erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen erhalten. Ich bin gespannt, ob Sie meinen Ausführungen auch ein faires Podium bieten.

Mit sportlichen Grüßen

O. P. Lerch
Sicherheitsbeauftragter
Veranstaltungsleiter

Eintracht Frankfurt Fußball AG
Mörfelder Landstraße 362
60528 Frankfurt am Main

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