Supporters Karlsruhe 1986 e.V.
"Unsere 11" - Dafür stehen wir
Wer sind die überhaupt?
Mit welchem Recht sagen die das eigentlich...
Hier fehlt mir ein klares Statement der Supporters...
Mit solchen Aussagen werden wir öfters konfrontiert. Meistens kommen diese und ähnliche Aussagen von Personen, die uns nicht kennen. Sie wissen nichts genaues über uns, sind meistens nicht in der Fanszene aktiv und "kennen" uns "Supporters" nur durch das Fernglas der heimischen oder überregionalen Presse oder nehmen uns - wenn überhaupt - nur über die große räumliche Distanz zwischen Haupttribüne und Gegengerade wahr: Als den "wilden Haufen dort drüben".
Aber wir sind eben nicht nur "die da drüben", sondern einer der größten eingetragenen Vereine in Karlsruhe (aktuell 3.200 Mitglieder, Stand 17.09.2009) mit klarer Satzung, mit klaren Inhalten und mit klaren Zielen.
Den Vorurteilen und vorgefertigten Meinungen über uns wollen wir uns mit den folgenden 11 Standpunkten stellen und unsere Positionen hier für Euch festhalten.
1. "Die Stimme der Fans", Legitimation, Selbstbild, Aufgaben
Naturgemäß kommt im Stadion die verrückteste Mischung an Menschen zusammen, "Fußball verbindet" eben. Wir als e.V. wollen ein gemeinsames Dach für alle Arten des Fanseins bilden, ohne jemandem vorzuschreiben, in welcher Art man das Wort "Fan" und den damit verbundenen Fanatismus auszuleben hat. Dieser bunten, organisierten Masse geben wir eine Art Struktur und eine gemeinsame Stimme, wenn es um Belange von uns Fans geht.
Wir binden dieses chaotische Mischmasch, fungieren als Ansprechpartner nach allen Seiten, organisieren viele Dinge rund ums "Fan sein", schaffen ein tiefergehendes Zusammengehörigkeitsgefühl in Richtung "Wir KSC-Fans".
Wir haben einen Vertretungsanspruch für die bei uns organisierten KSC-Fans (der Vorstand ganz konkret durch Wahl bei der Supp.-Mitgliederversammlung) und verstehen uns als Sprachrohr für alle anderen Fans - die Supporters sind der vom KSC anerkannte Fandachverband.
Mitglied werden. Jeder KSC-Fan, der unsere Arbeit im Sinne einer gemeinsamen FANinteressenvertretung für richtig und wichtig hält, kann uns mit seinem Beitritt den Rücken stärken, kann sich und seine Fähigkeiten bei uns in den Dienst ALLER stellen. Von Jung bis Alt, von Ultra bis Kutte, von Schüler bis Geschäftsführer, von Haupttribüne bis Gegengerade, von Sitzplatz bis Stehplatz, ob Karlsruhe oder Kasachstan, jeder KSC-Fan ist willkommen bei uns.
2. Werte, Ziele, Ideale
Wir stehen für Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Fairness im Umgang miteinander, Toleranz und Respekt gegenüber allen, insbesondere aber auch gesellschaftlichen Minderheiten. So ist unter unserem Dach auch "Blau-Weiß statt Braun e.V." organisiert; genauso wie bei den Supporters auch ein schwul-lesbischer KSC-Fanclub seinen Platz hat. Alle diese grundlegenden Werte führen in eine Idealvorstellung über: eine freie und geeinte Fankurve, die “GEGENGERADE KARLSRUHE”.
Wir wünschen uns einen mitgliederorientierten und mitgliederbestimmten, familiären KSC als Gesamtverein.
Wir kämpfen für unsere Vorstellung davon und übernehmen Initiative und Verantwortung für unsere Ziele.
Als gutes Beispiel für unsere Ziele und die Art und Weise, wie wir sie angehen, soll das KSC-Logo dienen. Die im Jahr 1998 eingeführte „gelbrote KSC-Pyramide“ – eine Idee des damaligen Marketingleiters E. Finkbeiner – wurde niemals von uns akzeptiert. Das “KSC-Wappen” ohne Abstimmung zu ändern war ein Affront, man nahm uns damit sprichwörtlich unseren Club, unser Zeichen...
Wir Supporters haben seither dafür geworben und dafür gekämpft, das wahre KSC-Logo zurückzuholen, gegen alle Verunglimpfungen und Widerstände, erzwangen wir eine Abstimmung. Erfolgreich. Seit 2004/2005 treten wir wieder unter unserer "wahren Flagge" an.
Und niemanden mehr von denen, die uns damals als Spinner abtun wollten, hört man heute noch.
3. Unabhängigkeit, kritische Distanz, konstruktiver Dialog
Wir sind ein (finanziell und organisatorisch) unabhängiger Verein, keine "Fan-Abteilung des KSC". Wir sind in unseren Standpunkten und Handlungen keinem verantwortlich außer unserem Souverän, den "Supporters"-Mitgliedern. Viele von uns sind auch KSC-Mitglieder, was wir ausdrücklich unterstützen. Fragen der Fanpolitik werden schnell zu Fragen der Vereinspolitik.
Diese tragen wir in Gesprächen an die Verantwortlichen des KSC heran. Unsere Loyalität wird IMMER dem VEREIN KSC gelten, unseren Farben Blau und Weiß, niemals jedoch einzelnen Personen oder Gruppierungen! Seien es Spieler, Angestellte oder Funktionäre…
Wir nehmen uns das Recht, den KSC mit kritischer Distanz zu begleiten und Dinge, die aus unserer Sicht falsch laufen, anzusprechen. Kritik wird an uns von überall her herangetragen, wir reden mit ALLEN, (vom Spieler bis zum Sponsor) wir sind wach, wir sind immer da.
Deshalb haben wir im allgemeinen einen guten Kenntnisstand über den KSC. Diesen setzen wir verantwortungsvoll ein. Auch deshalb haben wir uns über Jahre zu einer konstanten Kraft im KSC entwickelt.
"Die Stimme der Fans" hat mittlerweile ein Gewicht im KSC. Wir werden als ehrlich, als geradlinig, als glaubwürdig und zuverlässig wahrgenommen und respektiert. Dies soll auch weiterhin so bleiben, dafür stehen wir ein und dafür werden wir uns einsetzen.
4. Einbindung in unseren KSC/ Vereinspolitik/ karitative Aktionen
Viele von uns übernehmen ehrenamtliche Aufgaben nicht nur bei den Supporters (und damit schon indirekt für den KSC) sondern auch im und beim KSC selbst, in Vereinsgremien oder auch als Helfer bei Veranstaltungen. So sind wir Supporters u.a. an der im Clubhaus stattfindenden Boxkampfveranstaltung maßgeblich beteiligt oder unterstützen regelmäßig die KSC-Leichtathletikabteilung beim KSC-Schlossparklauf, Uli Langes Festival der Guten Taten u.v.m. mit persönlichem Einsatz. Wenn es um die Hilfe bei oder die Organisation von Spenden- oder Typisierungsaktionen (z.B.: Blutkrebs), oder für karitative Einrichtungen geht, haben die KSC-Fans schon oft bewiesen, dass man damit bei ihnen an der richtigen Adresse ist.
5. Rückblick Ende letzter Saison/ Aktuelle Lage
Am 16.3.09 haben wir in einer Art "Letzter Hilferuf" einen kritischen Brief an die Gremien des KSC geschrieben und die darin geäußerten Punkte in konstruktiven Gesprächen im Vereinsrat, gegenüber dem Verwaltungsrat und dem Präsidium selbst ausgeführt.
Für dieses Vorgehen haben wir in der Öffentlichkeit viel einstecken müssen. Zu unrecht, meinen wir, denn im Nachhinein sehen wir uns zu 100% bestätigt. Dieses Schreiben war nötig, der Zeitpunkt des Schreibens war der letztmögliche und die angebliche Schärfe des Schreibens voll vetretbar, um das (wenigstens teilweise) Angehen der aktuellen Probleme zu erzwingen.
Ein Schwerpunkt unserer Kritik war die vollkommen willkürliche und überzogene Handhabung der Erteilung von Stadionverboten durch den Manager. Er hielt sich nicht an vereinbarte Abläufe, vorgeschriebene Instanzen wie das Fanprojekt wurden ignoriert und umgangen, er war nicht ansprechbar und nicht gesprächsbereit. Selbst DFB/DFL waren schon eingeschaltet... Ohne Erfolg.
Die Situation eskalierte daraufhin bis zu "Anti-XY-Flugblättern" und "XY raus!"- Forderungen im Stadion.
Ein Ergebnis unserer Gespräche, die aufgrund des Briefes stattfanden, war, dass das Präsidium schwerwiegende Fehler einräumte, Entgegenkommen signalisierte und in Person von Herrn Steidl auch endlich tatkräftig anging. Er arbeitete sich in die Thematik "Stadionverbote" ein, schöpft vorhandene Spielräume aus, verhielt sich fair, seine Entscheidungen fielen transparent aus und waren demnach auch allen Betroffenen vermittelbar.
Viele unserer damaligen Kritikpunkte sind aktueller denn je und werden von der Wirklichkeit überholt.
Bei unserer Mitgliederversammlung werden wir offen darüber diskutieren.
6. Vereinspolitik/ KSC-MGV am 12.10.2009
Unsere Unabhängigkeit und unsere kritische Distanz wird uns oftmals als "negative Haltung" ausgelegt. Vor allem von Kreisen, denen eine unabhängige Kraft manchmal ein Dorn im Auge ist. Die ein "Augen zu und weiter so!" befürworten. Aus welchen Gründen auch immer.
So wird uns gerade konkret unterstellt, wir würden einen Präsidentenbewerber stellen (zur MGV am 12.10.2009). Dass man uns das zutraut, ehrt uns natürlich. Jedoch treten wir immer für einen fairen Wettbewerb ein, wir werden deshalb dem amtierenden Präsidium wie auch allen Gegenkandidaten ein Podium geben, ihre Ziele und Vorstellungen den Fans gegenüber zu äußern. Konkrete Wahlempfehlungen an unsere Mitglieder geben wir keine, die besseren Argumente sollen entscheiden.
Auf eine Polarisierung zwischen "diesen" und "denen" gehen wir nicht ein. Verknüpfungen zu "Schicksalsgemeinschaften", die im schlimmsten Fall in einer Art “Wagenburg-Mentalität” enden, sehen wir auch nicht als hilfreich an. Was spricht dagegen, beide Aspekte zu berücksichtigen, für uns schließt sich ein Ruf nach Verbesserung und die gleichzeitige Anerkennung für bisher Geleistetes nicht aus.
Man muss beides verbinden können. Geschichte und Zukunft, Erreichtes und neue Ziele: Es geht um den KSC, nicht um Personen.
7. Sportlicher und wirtschaftlicher Ausblick für die neue Saison
Wir konstatieren eine extrem große Unzufriedenheit in der Fanszene über die Art und Weise unseres Abstiegs, insbesondere was die sportliche Leistung und Einstellung, das zu lange Festhalten an Spielern und Taktik betrifft.
Unsere sportliche Bilanz (Rückrunde 2007/2008: 14 Punkte – Vorrunde 2008/2009: 13 Punkte – Rückrunde 2008/2009: 16 Punkte) zeigt diese stetige Abwärts-Entwicklung schonungslos auf. Der Abstieg kam nicht von heute auf morgen. Und schon gar nicht lag es am fehlenden Glück. Wir waren einfach nicht fähig, lumpige 32 Punkte in einer BL-Saison zu holen. Wir sprechen niemals von "Schuld" (das tun immer nur gerne diejenigen, die sich angesprochen fühlen), wir fragen lediglich nach der Verantwortung.
Denn wer Fehler nicht sieht, wird sie auch in Zukunft nicht korrigieren.
Wie sieht es momentan aus? Der Trainingsauftakt fand mit einer Rumpfmannschaft (man plante doch angeblich zweigleisig?) statt, Sponsoren verlassen den KSC, (z.B. wird INIT Hauptsponsor bei der BG Karlsruhe), neue Sponsoren sind nicht in Sicht, die ENBW als Hauptsponsor gibt uns nochmal EUR 820.000, wir gehen nach 2 Jahren 1. Liga mit einem Minietat von 7,773 Mio im Lizenzspielerbereich in die neue Saison.
Einfach immer "Weiter so!"? Mit uns nicht, das haben wir auch in unserem Brief vom 16.3.2009 deutlich gemacht. "Kein Geld, kein Geld…" ständig als Ausrede zu hören, reicht uns nicht. Wir stellen die Frage: "Warum ist das so?" Wir suchen die Gründe des Problems, um die Lösungsansätze zu finden. Wir fordern professionelle Arbeit. Konzepte auszuarbeiten, wie man die Einnahmenseite steigern kann, ist die Arbeit der gewählten und der bezahlten Fachleute im Verein.
8. Meinungsfreiheit und Selbstverantwortlichkeit
Jegliche Darstellung des "Fanseins" im Stadion ist für uns zuerst mal legitim, solange sie nicht die Freiheit von anderen beeinträchtigt. Transparente und Banner im Stadion, Aussagen in der Blockschrift (unserem Stadionflyer am Spieltag ) aber auch Internet-Foren oder -blogs u.v.m. , all das fällt für uns unter diesen Punkt. Durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind für uns alle Äußerungen, die nicht parteipolitisch, gewaltverherrlichend, rassistisch oder fremdenfeindlich, homophob sowie direkte persönliche Beleidigungen sind. Eine institutionalisierte "Zensur" lehnen wir ab. Trainer , Manager, Spieler im Profifußball sind Personen des öffentlichen Lebens und müssen daher mit eigenen Maßstäben gemessen werden. Wenn als Beispiel jemand einen Banner malt, auf dem steht: “XY - Du bist ein Depp!” hat dieser für uns dieselbe (sinnlose oder sinnvolle) Berechtigung wie der Banner "XY - ich will ein Kind von Dir!".
Wir kennzeichnen alle internen wie öffentlichen Aussagen mit unserem Logo, mit unserem Namen, mit unserer Person.
Nur wo Supporters drauf steht, ist auch Supporters drin.
Wir sind NICHT verantwortlich für Meinungsäußerungen, die einzelne Personen, Fanclubs oder Gruppen in ihrem eigenen Namen (oder gar anonym) abgeben. Sollten sie unserer Satzung und den daraus resultierenden Grundlagen unserer Vereinsarbeit widersprechen, dann werden wir sie ausschließen, sofern ein Verstoß gegen unsere Satzung hieb- und stichfest nachzuweisen ist.
Mehr Sanktionsmöglichkeiten haben wir nicht und wollen wir auch gar nicht haben. Wir sind die Fanvertretung, keine Fanpolizei im Stadion. Wir möchten hier nochmals deutlich festhalten, dass jede einzelne Person auch als Fan für ihr Handeln selbst verantwortlich ist und die Konsequenzen daraus selbst tragen muss. Wenn aber aus dem Handeln einzelner pauschale Konsequenzen für alle folgen (müssen), ab diesem Zeitpunkt sehen wir uns als "Vermittler" gefragt.
In diesem Zusammenhang unterstützen wir ausdrücklich die Arbeit, die in der KSC-Fanbetreuung und im städtischen Fanprojekt geleistet wird. Diese beiden bilden zusammen mit uns die "3 Säulen der Karlsruher Fanarbeit". Ziele, Kompetenzen und Grenzen sind hierbei (meistens) klar abgesteckt und werden von allen 3 in der Alltagsarbeit respektiert.
9. Ultra
Wie schon beschrieben, ist eine Fanszene keine hierarchische Struktur, keine Firma mit einem Chef, sondern vielmehr ein sehr vielschichtiges, sich ständig veränderndes Gebilde mit ständig wechselnden Strömungen und Moden. "Ultra" bezeichnet eine Strömung, eine Art des Fanseins, die eine eigene Vorstellung von "Support" vermittelt, einen „way of life“, eine Jugendkultur, die ihre eigenen Wege geht und sich Bahn bricht, wo sie kann. Spätestens seit Ende der 90er beherrschen die Ultragruppen das Kurvenbild in den deutschen Bundesligastadien.
Die "Ultras" in Karlsruhe sind deshalb ein wichtiger Faktor der Fanszene und eine von mehreren wichtigen Kerngruppen der "Supporters".
Leider ist es mittlerweile Mode geworden, alle Vorgänge und alle Vorfälle, die man nicht direkt zuordnen kann, in diese schöne neue Schublade reinzustecken.
Gerne kommen dann auch alle, die nicht ins wohlgeformte Bild des "modernen Event-Fußballs" passen, in einen großen Sack, zusammen mit Chaoten und Gewalttätern, einfach zubinden und draufhauen. Das sehen manche ernsthaft als Rezept an.
Diese vereinfachende Sichtweise führte gegen Ende der letzten Saison sogar zu "Ultras raus!"- Rufen im Stadion.
Nein. So einfach ist es eben nicht. Wir wenden uns gegen jede pauschale (Vor-)Verurteilung durch Presse, Verein, Polizei oder sonst wen. Ob sie sich gegen KSC-Fans im allgemeinen, Fanclubs, Ultragruppen oder gar gegen uns als Dachverband richtet.
Wir Supporters als übergreifender Fandachverband müssen die Kraft haben, ALLE zu repräsentieren, alle zu vertreten. Dabei grenzen wir uns natürlich ab - aber grenzen niemanden aus!
Wir versuchen, den Laden zusammenzuhalten, das Dach zu bilden, trotz aller gewünschten Vielfalt eine Einheit zu formen. Dass es dabei immer wieder mal Reibereien gibt, bestreiten wir nicht und Fangruppierungen, die sich nicht unter unserem Dach wiederfinden können, klinken sich halt aus.
10. Gewalt, Dialog statt Ausgrenzung
Gewalt findet überall statt in der Gesellschaft, das Stadion ist davon nicht ausgegrenzt. Vielmehr bildet das Stadion im Profifußball mittlerweile ein Sammelbecken vieler gesellschaftlicher Probleme und einen Brennpunkt von Konflikten.
- Wir unterstützen die Interessen von Fußballfans, die - daheim wie auch auswärts - eine stimmungsvolle, bunte, laute, bewegte, von Spaß und Freude dominierte Stadionatmosphäre tragen, die die Mannschaft des eigenen Vereins lautstark und ideenreich unterstützen und die Schwächen des sportlichen Gegners augenzwinkernd aufs Korn nehmen.
- Die Supporters wenden sich strikt gegen jegliche körperliche Gewalt innerhalb und außerhalb der Stadien. Wir verurteilen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.
- Die Supporters rufen alle Fangruppierungen auf, sich so zu verhalten, wie es die o. g. Grundsätze gebieten.
Wir stehen für gemeinsame Lösungsansätze statt Konfrontation, wir fordern konstruktiven Dialog statt Ausgrenzung. Auch hier verweisen wir ausdrükklich auf die Zusammenarbeit mit der KSC-Fanbetreuung und dem Fanprojekt Karlsruhe, die alleine schon von ihrem Beruf und von ihrer Ausbildung her die geschultesten und erfahrensten Ansprechpartner für Problemgruppen sind.
Feindbilder Polizei - Fans
Das Verhältnis zwischen Polizei und Fans wurde in den letzten Jahren immer angespannter, die jeweilige Kritik am anderen immer lauter, das Feindbild verfestigt sich immer weiter, Aggression und Eskalation bestimmen das Verhältnis. Einfache Schuldzuweisungen führen nur weiter in die Sackgasse. Die Scharfmacher (auf allen Seiten!!) sollten nicht den Weg aller vorgeben. Es muss bessere Wege geben. Es muss Ziele und Vereinbarungen geben, die verlässliches und verantwortliches Handeln auf beiden Seiten fordern.
Was wir unter den oben beschriebenen Vorbedingungen dafür tun können, sind wir jederzeit bereit zu tun. So nahm unser Vorstandsmitglied Tom Beck für die Supporters vom 19.-21.6.09 an einer deutsch-frz. DFB/FIFA-Tagung "Fans und Polizei – Abbau von Feindbildern" in Karlsruhe teil. Hier konnte gemeinsam mit Fanprojektleiter Volker Körenzig und dem Karlsruher Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel ein konkretes Maßnahmenpaket für künftige KSC-Spiele geschnürt werden. Diese Maßnahmen sollen nun intern (bei Polizei und Fans gleichermaßen) im Vorfeld kommuniziert werden. Wir Supporters planen, gemeinsam mit dem Fanprojekt einen Infoabend zu veranstalten.
11. Endlosthema Stadion
Seit rund 5 Jahren stellt dieses Thema ein "Theater ohnegleichen" dar. Frühzeitig haben wir unsere Vorstellungen und konkrete Vorschläge erarbeitet, dargelegt und allen beteiligten Gremien übergeben. Stichworte wie architektonische Alleinstellungsmerkmale, stimmungsfördernde und fanfreundliche Architektur, Stehplätze,... seien hier nur kurz genannt. Das Positionspapiers findet Ihr auf unserer Homepage und im Supporters-Magazin. Um unsere Forderungen weiter zu untermauern, haben wir 17.000 Unterschriften gesammelt.
Erinnern wir uns: Noch Anfang 2008 war ein "Sparumbau der 3 älteren Tribünen" aktueller Stand der Verhandlungen und sollte auch umgesetzt werden. In regelmäßigen Abständen wurde immer wieder eine "Einigung" verkündet, die meistens jedoch schon Tags darauf wieder Makulatur war.
Nach wie vor sind wir der Meinung, dass dieses damalige Modell eine Sackgasse gewesen wäre und als die Endlosdebatte um "Parkplätze" oder "Aufzüge für VIP-Logen" selbst uns dann zu blöd wurde, haben wir Einfluss auf diese "Sinnlos"- Diskussion genommen.
Durch unsere Veranstaltung am 11.4.2008 im KSC-Clubhaus haben wir einen Neuansatz und neuen Schub in die verfahrene Debatte gebracht. Dabei haben wir sowohl viel Lob als auch Kritik ("Träumer", "Spinner") geerntet. Aber ganz ehrlich, letztendlich führte diese neue Debatte um den Standort dazu, dass die Stadt einen Neubau im Wildpark zu weit besseren Grundlagen zugestehen würde. Einen WILDPARK-Neubau, mit dem wir leben können und in dem auch der KSC für die Zukunft immerhin ausreichend Vermarktungspotenzial sieht. Viele halten jedoch nach wie vor einen kompletten Neubau an anderer Stelle für die insgesamt bessere und zukunftsträchtigere Lösung.
Die endgültige Entscheidung, was wo wie passiert, müssen wir abwarten.
Nur bitte, entscheidet bald!
Wenn du hinter unserer 11 stehst, bist du richtig bei uns.
Nach wie vor.
Eure Supporters (17.7.2009)
(Michael Greinecker von den Green-Lions/ SK Rapid Wien):
"Zum Abschluss: wie sieht es bei euch mit Politik in der Kurve aus? Wie ist die derzeitige Situation?"
(Tom Beck, Supporters Karlsruhe): "Die Gegengerade Karlsruhe ist eine geeinte Kurve mit festen Prinzipien. PARTEIpolitik bleibt komplett draußen, VEREINSpolitik ist nie Nebensache und FANpolitik geht sowieso alle an!"
(Interview für das Green Lion Fanzine, 26.6.2006)




