Das sagen wir zu: Pyrotechnik

Fußball lebt durch seine Fans und deren Leidenschaft. Durch lebendige und bunte Pyrotechnik lassen sich Emotionen und/oder Choreographien unterstreichen. Bengalische Feuer sind feste Bestandteile der Fankultur, die wir auch in Karlsruhe von Spieltag zu Spieltag leben.

Ligaübergreifend wird Pyrotechnik als wichtiger Teil der Fankultur genutzt. Aufgrund der nicht vorhandenen Legalisierung, werden Rauchtöpfe oder Fackeln in Fanblöcke geschmuggelt, um diese unerkannt (vermummt, oder zum Schutz unter Blockfahnen) zu zünden. Dies ist nicht immer ungefährlich. Dennoch kommt es durch die interne Regulierung kaum zu Verletzungen.

Pyrotechnik wird in der Öffentlichkeit oftmals mit Gewalt gleichgesetzt. Dabei gilt es deutlich zu differenzieren! Wir sehen keinen Zusammenhang von Fans kontrollierten Pyroshows in den Fankurven mit Gewalt und Hooliganismus und verwehren uns gegen eine derartige verantwortungslose Gleichsetzung.

Im Nachgang zu pyrotechnischen Aktionen kommt es seitens der Fußballverbände zu Kollektivstrafen für die Fans und hohen Geldstrafen für die Vereine, welche oftmals nicht transparent kommuniziert und mit anderen Vorkommnissen zusammengefasst werden. Erkannte Personen werden mit Stadionverboten belegt und ihnen wird ihre Leidenschaft, der Stadionbesuch, für mehrere Jahre genommen.

Rückblick: Im Jahre 2011 sprachen DFB und DFL mit Vertretern verschiedener Szenen aus ganz Deutschland über das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik. Die Fanseite sagt, damals hätten die Verbände zugesagt die Vorschläge wohlwollend zu prüfen. Im Zeitraum des Dialogs wurde deutschlandweit auf die Nutzung von Pyrotechnik verzichtet. DFB und DFL brachen die Gespräche, jedoch ohne die Nennung von Gründen einseitig ab. „Die Sache sei leider aus dem Ruder gelaufen“, räumte damals DFB-Expräsident Zwanziger ein. Selbst DFL-Chef Seifert sagt heute, dass sich DFB & DFL damals extrem unglücklich angestellt hätten.

Heute: Die Verbände lehnen auch heute Pyrotechnik in Stadien immer noch rigoros ab – ohne nachvollziehbare Argumente zu nennen – und haben dies auch in der Diskussion zum Sicherheitskonzept mehrfach betont. Dieser Punkt sei nicht verhandelbar!

Der Druck, der durch die finanzielle Belastung auf die Vereine ausgeübt wird, erfährt in nicht wenigen Fällen eine Weiterleitung auf uns Fußballfans. Somit werden durch die, oftmals auch medial begleitete Sanktionierung der Vereine durch die Sportgerichtsbarkeit verschiedene Drucksituationen auf ganze Fankurven ausgeübt. Eine auch in diesem Zusammenhang durch die Verbände versuchte Spaltung in „gute“ und „böse“ Fußballfans wird auch von uns so nicht hingenommen. Der nächste Schritt, Fußballfans für vermeintliches „Fehlverhalten“ in Regress zu nehmen, wurde von einigen Vereinen schon in die Praxis umgesetzt, mit Unterstützung des DFB, der diese Praxis im Rahmen eines „9-Punkte-Plans“ Anfang 2014 schriftlich fixierte. Ob es nun um einen ersichtlichen Rahmen für die Vereinssanktionierungen, Rechtsprechungen für die Weitergabe von Regressstrafen oder die Hinnahme von Existenzverlusten geht – nichts davon scheint die Verantwortlichen derartiger Maßnahmen zu interessieren.
Es liegt uns fern, Situationen zu bagatellisieren, die dem Fußball auch nach unserer Sicht Schaden zufügen, jedoch stellt sich hier die Frage, nach welcher Definition die Verbands- und Vereinsfunktionäre und ab wann die Fußballfans derartige Situationen als schädlich bezeichnen. Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringen kann. Doch durch Schaffung von kontrollierten Rahmenbedingungen und gemeinsam erarbeiteten Sicherheitsrichtlinien von Vereinen, Verbänden & FANS sind diese Risiken sicherlich auf ein Minimum reduzierbar. Nur diese Argumente zählen und nur der Dialog kann zielführend sein.

Wichtig dabei ist zu sagen: Pyrotechnik gehört in die Hand und auf den Boden. Auf keinen Fall in die Luft. Leuchtspuren sind ebenso tabu, wie die „Entsorgung“ von bengalischen Feuern in den Innenraum, aufs Spielfeld oder in Nachbarblöcke.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, sagen wir, die Supporters Karlsruhe 1986 e.V.: Pyrotechnik ist KEIN Verbrechen!