Spieltagszerstückelung

Montagabend spielen wir, nicht Samstag um halb vier,

Urlaub nehmen müssen wir, nur halb so gut schmeckt’s Bier….

Die Bundesliga ist seit Jahrzehnten eine der attraktivsten Fußballligen der Welt. Hochklassiger Fußball begeistert die Zuschauer, eindrucksvolle Choreographien und bedingungslose Leidenschaft locken jedes Wochenende Hunderttausende in die Stadien und vor den Fernseher. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es zu stärken. Die Fans im Stadion sind ein bedeutender Bestandteil der Attraktivität des deutschen Fußballs. Die Bundesliga bietet hier im weltweiten Vergleich etwas ganz Besonderes: ausverkaufte, stimmungsvolle und euphorische Stadien. Ohne Emotionen wäre der Profifußball in Deutschland deutlich weniger reizvoll, nicht nur für die Stadionbesucher, sondern auch für die Zuschauer am Fernseher. Die Unterstützung der Fans in den Stadien lässt den Zuschauer aktiv am Geschehen teilnehmen und stärkt die emotionale Bindung zum Fußball und zum eigenen Verein. Gleichzeitig berichten Spieler immer wieder, welche Bedeutung es für sie hat, vor vollen und emotionalen Rängen spielen zu können.

Die zunehmende Zerstückelung der Spieltage in der ersten und zweiten Bundesliga und laut Rahmenterminkalender 2018/2019 auch der 3. Liga beschädigt dieses deutsche Alleinstellungsmerkmal. Zu einem Spiel am Freitag, Montag oder am Mittwoch um 19:00 Uhr kommen grundsätzlich weniger Fans ins Stadion als an einem Samstagnachmittag. Dies trifft vor allem die Gästefans enorm. Weniger Fans sind in der Regel gleichbedeutend mit weniger Stimmung und weniger Emotionalität. Jene Fans, die für das Erlebnis Fußball besonders wichtig sind, da sie als Multiplikator der gesamten Stimmung im Stadion und vor allem der Emotionen dienen.

Seit der Faninitiative Pro15:30 im Jahr 2001 haben verschiedene Fanverbände immer wieder das Gespräch mit dem Verband gesucht, dennoch wurde der Spieltag sukzessive ausgeweitet und fanunfreundlicher gestaltet. Es ist zu erkennen, dass die Terminierungen seitens dem Verband im Vergleich besser und zügiger laufen, als vor einigen Jahren, dennoch das darf nicht der Weisheit letzter Schluss sein!

Mit Bedauern stellen auch wir immer wieder fest, dass unter anderem bei der Festlegung der Anstoßzeiten ausschließlich die Interessen der Fernsehsender berücksichtigt und die Interessen der Fans, vor allem derer, die ihre Mannschaft immer, auch auswärts unterstützen, vernachlässigt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Fußballfans an einem Freitag, Montag oder Mittwoch Strecken von über 300 km bewältigen müssen, damit sie ihren Verein auswärts anfeuern können. Ein weiteres Thema sind die Terminierungen der Spieltage, welche oftmals extrem kurzfristig und blockweise veröffentlicht werden. Planungen von Auswärtsfahrten werden somit erheblich erschwert. Notwendig ist es, bei den Spielansetzungen und Terminierungen die Interessen der Fußballfans vorrangig mit einzubeziehen!

Eine Regelung, bei welcher die Fans zu ungünstigen Anstoßzeiten nicht mehr als 300 km anreisen müssen, wäre möglich, jedoch wird sie zu selten praktiziert. Spiele, bei denen die Auswärtsfans 500 Kilometer oder mehr allein an einfacher Strecke an einem Freitag-, Sonntag- oder Montagabend reisen müssen, um ihr Team zu unterstützen, sind nicht akzeptabel und in den meisten Fällen auch nicht nachvollziehbar.

Wir, die Supporters Karlsruhe 1986 e.V., fordern ein Umdenken bei den Verantwortlichen, denn Fußball lebt durch seine Fans im Stadion.