Gedenken an Julius Hirsch

Julius Hirsch.

Karlsruher Fußballheld.

Verdienter Nationalspieler.

Von den Nazis
ermordet.

Am 01. März 2019 haben wir gemeinsam mit dem Fanprojekt Karlsruhe, einer Delegation des traditionsreichen Karlsruher Fußballverein (KFV) und vielen anderen an den Karlsruher Fußballhelden Julius Hirsch gedacht, der mit 7 weiteren vor 76 Jahren, am 01. März 1943 vom Hauptbahnhof Karlsruhe nach Auschwitz deportiert und (vermutlich dort) von den Nazis, wie Millionen andere umgebracht wurde.


Julius Hirsch wird am 7. April 1892 als Kind einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Schon von klein auf ist der Fußball seine große Leidenschaft. Die fußballbegeisterte-Jugend in Karlsruhe trifft sich immer auf dem „Engländer Platz“ zum Fußballspiel. Auch „Juller“ tritt hier regelmäßig gegen den Ball. Bereits mit 10 Jahren, tritt er dem Karlsruher Fußballverein, einer der damals besten Mannschaften von Deutschland, bei. Mit 18, im Jahr 1910, wurde er mit dem KFV Deutscher Meister und bildete zusammen mit Fritz Förderer und Gottfried Fuchs den besten Sturm des Landes. Ein Jahr später debütiert „Juller“ in der Nationalmannschaft, wo er bereits in seinem zweiten Spiel (gegen Holland) vier Tore erzielt. Mit der Spielvereinigung Fürth, wird er 1914 – als erster zur damaligen Zeit – erneut Deutsche Meister. Julius Hirsch war beliebt bei den Fans, sein gebückter Laufstil und sein Schuss waren in ganz Deutschland bekannt. Diese Zeiten sollten bald vorbei sein. Ab 1933 waren Juden in Deutschland unerwünscht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält „Angehörige der jüdischen Rasse in führenden Stellungen von Vereinen nicht mehr für tragbar“. „Juller“, der Zwischenzeitlich auch den KFV trainierte, erklärt daraufhin seinen Austritt aus seinem geliebten Verein.

Julius Hirsch galt als konservativer deutscher Jude, der für seine Tapferkeit während des 1. Weltkrieges sogar mit dem Eisernen Kreuz geehrt wurde. Er war mit einer nicht jüdischen Frau verheiratet und wurde Vater zweier Kinder. Später lassen sich die Eheleute scheiden. Julius Hirsch hatte die Hoffnung, seine Kinder somit vor schlimmeren zu bewahren.

1943 bekam Julius Hirsch die amtliche Aufforderung sich zum „Arbeitseinsatz im Osten zum melden“. Am 01. März 1943 steigt er am Hauptbahnhof in Karlsruhe in einen Zug nach Auschwitz.

Seine Spur verliert sich am 03. März 1943 in Dortmund. Dort legt der Transport auf dem Weg in das Lager Auschwitz einen Zwischenstopp ein. Julius Hirsch nutzt die Gelegenheit und schreibt seiner Tochter Esther eine Geburtstagskarte.

Meine Lieben! Bin gut gelandet, es geht gut!

Komme nach Oberschlesien, noch in Deutschland.

Herzliche Grüße und Küsse, Euer Juller!

Es bleibt das letzte Lebenszeichen von Julius Hirsch.

Am 23. Juni 1950 erklärt das Amtsgericht Karlsruhe, Julius Hirsch geboren 1892, deportiert 1943, für tot. Das rechtskräftige Urteil ergeht am 20. September. Als Sterbedatum wird der 8. Mai 1945, 24 Uhr, festgelegt. Es ist jener 8. Mai, an dem Deutschland kapituliert hat.


Die Erinnerung an die Vergangenheit muss mahnend präsent sein, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Wir dürfen nicht vergessen…!