2020 – Wir blicken zurück.

„Solidarität und Zusammenhalt mögen leere Worthülsen sein, doch spätestens seit der Corona-Pandemie wurden diese mit Leben gefüllt und haben gezeigt was jeder von uns bewirken kann.“

2020 war ein Jahr, in dem es sich vor allem um eines drehte: Corona. Das Corona-Virus hat unser Leben verändert, Existenzen gefährdet und gar zerstört, Ängste und Sorgen geweckt, und viele, zu viele Leben gekostet. Doch Corona hat uns auch alte, eingestaubte Worthülsen, wie Solidarität und Zusammenhalt mit Leben füllen lassen. Wir haben gelernt, dass es manchmal wichtigeres gibt, als die schönste Nebensache der Welt, den Fußball. Doch auch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Geisterspiele entfremdeten uns nicht von unserem Verein, sondern bestärken uns in unserem blau-weißen Herzen. Die Liebe und Leidenschaft zu unserem Karlsruher SC endet nicht an den Stadiontoren, sondern bedeutet auch die Verbundenheit zu unserer Stadt, Karlsruhe, in der so vieles getan werden kann, um Solidarität zu zeigen.

Das Jahr begann für unsere Arbeit als Supporters Karlsruhe 1986 e.V. früh, denn Anfang Januar richteten wir im Wildpark das Bundestreffen von “Unsere Kurve” aus. Zentrales Thema war die Strukturierung von “Unsere Kurve” als eingetragener Verein, um der Interessensgemeinschaft mehr Gehör zu verschaffen.

Sportlich gesehen war die Luft bereits zu Beginn des Jahres dünn, denn der Blick auf die Tabelle ließ nicht all zu viel Hoffnung für uns übrig. Im ersten Spiel des Jahres brachen wir im “Gegengerade-Express” auf, um im Osten einzurollen und gegen Dresden den ersten Auswärtssieg im Jahr 2020 zu feiern. Auf dem Rückweg hatten wir allerdings keine drei Punkte im Gepäck, sondern weiterhin die Sorge, um den Klassenerhalt. Doch es galt zu kämpfen und nie aufzugeben. Nach zwei Niederlagen gegen Kiel und Hamburg, und einem Unentschieden gegen Osnabrück ging es nach Sandhausen. Das Hardtwaldstadion war in blau-weißen Glanz gehüllt, denn wir dominierten die Ränge und die Mannschaft den Platz, schlussendlich entstand daraus der erste Sieg im Jahr 2020.

Ende Februar glaubte niemand, dass wir an diesem Freitag Abend das letzte Mal ein Heimspiel in unserem Wildpark erleben werden. Wir lebten die Leidenschaft zum Fußball, unser Puls kochte hoch, als die Trommeln ertönten. Das Feuer und der Rauch stiegen auf, die Flutlichter vollendeten die magische Atmosphäre. Auf dem Platz war weder von Magie, noch von Kampf etwas zu sehen, stattdessen krampften wir gegen die ungeliebten Franken dahin. Verabschiedet hat sich an diesem Abend niemand vom heimischen Wildpark, denn der Fokus galt dem Auswärtsspiel in Heidenheim.

Am 01. März haben wir, die Supporters Karlsruhe 1986 e.V. gemeinsam mit dem Fanprojekt Karlsruhe und Blau-Weiss statt Braun e.V., dem Karlsruher Fußballpionier Julius Hirsch und all den von den Nazis deportierten und ermordeten Menschen gedacht. Mit den regelmäßigen Gedenken am 01. März wollen wir mahnen und die Erinnerung wach halten, vor allem in der heutigen Zeit. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen!

Anfang März war der Aufschrei in der Bundesliga groß, als Spruchbänder gegen Dietmar Hopp zuerst bei Bayern München, dann bei vielen anderen Vereinen aufgetaucht sind. Dietmar Hopp steht symbolisch für viele Punkte, welche die aktiven Fans seit Jahren hinweg kritisieren. Er agiert als Privatperson und wird daher als Person kritisiert und attackiert, die sich diesen Weg selbstbestimmt ausgesucht hat. In den Gesamt- und Entstehungskontext wurden die Spruchbänder und die beleidigenden Gesänge nicht gesetzt, sondern aus seinen Kritikpunkten und Beweggründen herausgerissen. Für die Allgemeinheit wurde der Anschein geweckt, beleidigende Gesänge und Spruchbänder seien in dieser Art und Weise das erste Mal gegen Dietmar Hopp eingesetzt worden. Der Anlass für diese aufflammenden Proteste war allerdings die Abkehr des DFB von der Aussetzung von Kollektivstrafen. Negativ haften bleibt in dieser Sache allerdings auch, dass die Verbände in der Causa Hopp mehr Engagement und Aktionismus an den Tag legten, als jemals zuvor bei rassistisch motivierten Anlässen in Stadien oder auf Fußballplätzen. Denn hier verschließen die Offiziellen des deutschen Fußballs nur zu gern die Augen.   

Das letzte Spiel mit ALLEN Fans im Stadion fand in Heidenheim statt, welches uns sportlich gesehen nur weiter in die Misere stürzte, denn auch von der Ostalb konnten wir nichts zählbares mitbringen. Die Stimmung war bereits angespannt, denn Corona war mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Niemand, wirklich niemand hat daran gedacht, dass der 07.03.2020 das letzte Spiel unseres Karlsruher SC war, welches wir alle im Stadion erleben durften und dicht gedrängt unseren Verein nach vorne peitschen konnten.

Am selben Wochenende durften wir einen Tag später, sonntags, noch ein Mal unsere zweite Mannschaft erleben, die voller Enthusiasmus und neuer Kraft in die Rückrunde gestartet ist. Der KSC II siegte unter dem ebenfalls 2020 neu verpflichteten Trainer Bozidar Djokovic und ließ große Vorfreude auf die weiteren Spiele wecken. Doch auch dies war das letzte Spiel für unseren Karlsruher SC II, der im Juni 2019 erst frisch gegründet wurde.

Im Laufe des März grassierte Corona nicht nur in China, Italien, Österreich oder Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Schnell wurde klar, dass Fußballspiele unter diesen, damals noch größtenteils unbekannten Gefahren nicht mehr möglich sind – zumindest nicht mit Fans. Daher forderten wir, wie so viele andere Fanvertretungen und Interessensgemeinschaften eine Ligapause, anstatt Fußballspiele ohne Fans durchführen zu müssen. Unser Schreiben hierzu an unseren Ministerpräsidenten blieb bis dato unbeantwortet und auch die DFL reagierte zunächst äußerst verantwortungslos und hielt an der Durchführung von Geisterspielen in der 1. und 2. Bundesliga fest. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, dass das Konstrukt “Profifußball” krank ist. Doch wie es um das Konstrukt tatsächlich steht, wurde uns durch das Jahr hinweg schonungslos vor Augen geführt.

Der Fußball ruht, Home Office, Kurzarbeit und Social Distancing stand auf der Tagesordnung, das Hamstern begann. Die Maßnahmen, um die Corona-Pandemie einzudämmen, ließen das gesellschaftliche Leben kaum zu und griffen weit in die Grundrechte von uns allen ein. Ängste und Sorgen wurden geweckt und niemand konnte absehen, was auf uns noch alles zukommt. Das eingestaubte Wort “Solidarität” kam auf den Tisch und wurde in vielen Ländern, Regionen und Städten mit Leben gefüllt, auch in unserer geliebten Stadt Karlsruhe. “Solidarität ist unsere Waffe – Gemeinsam gegen das Virus”, und viele weitere essentielle Botschaften konnte man an Krankenhäusern, Brücken, am Stadion, und vielen weiteren Orten lesen. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von der Gegengerade Karlsruhe, die sich solidarisch zeigte und zeigt und den Menschen dankt, die besonders in Pandemie-Zeiten unglaublich viel leisten. Die Plakataktion schlug Wellen über die Stadtgrenzen hinaus und weckte eine gemeinschaftliche Verbundenheit in ganz Karlsruhe.

Ein Anfang für mehr Solidarität war getan, doch diese symbolischen Gesten waren erst der Start für etwas großes. Gemeinsam gründeten wir, die Supporters Karlsruhe 1986 e.V. mit KSC TUT GUT., ULTRA1894 und dem Fanprojekt Karlsruhe, die KSC-Nachbarschaftshilfe. Wer unter Quarantäne steht, zur Risikogruppe gehört oder aus sonstigen Gründen Unterstützung bei der Besorgung von Einkäufen gebraucht hat, konnte sich unabhängig von einer Mitgliedschaft oder sonstiger Verbindung zum KSC melden und bekam binnen kürzester Zeit Hilfe.

Ausgeweitet wurde dieses Engagement durch das Projekt “Fußball macht satt”, welches sich zur Aufgabe gemacht hat wohnungslose Menschen in Karlsruhe mit warmen Mahlzeiten zu beliefern. Zubereitet wurden die Speisen im Restaurant “Nagel´s Kranz” in Neureut und anschließend von freiwilligen Helfern in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe geliefert. Innerhalb kürzester Zeit konnten etliche Spenden gesammelt werden, um dieses Projekt von Woche zu Woche weiterzufinanzieren. 

Mitten in der Pandemie kämpften im April nicht nur kleine Unternehmen um ihre Existenz, sondern auch unser Karlsruher SC. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde für den 15.05.2020 einberufen und eine angedachte Planinsolvenz schien die Lösung aller Probleme zu sein. Die Vereinsführung hat es die letzten Jahre nicht geschafft, unseren KSC nachhaltig zu führen und krisenfest aufzustellen. Das Terrain des Vereins war umhüllt von verbrannter Erde, sei es durch teure und risikoreiche Gerichtsprozesse bei der Stadt Karlsruhe über den essentiellen Stadionneubau oder Konflikte mit ehemaligen Partnern. Der Verein wurde von Jahr zu Jahr tiefer in die Abhängigkeit Einzelner getrieben. Es war kurz vor dem Glockenschlag und höchste Zeit für Veränderungen und einem Neuanfang, den die hervortretende Mitgliederinitiative “DER NEUE KSC” laut artikulierte und gemeinsam mit dem “Bündnis KSC” einen Stein ins Rollen brachte. Der Zusammenschluss von regionalen Unternehmern bot sechs Millionen Euro und damit die Rettung vor der Insolvenz, wenn Ingo Wellenreuther, der zu diesem Zeitpunkt amtierende Präsident, von seinen Ämtern als Präsident und als Beiratsvorsitzender zurücktritt.

Überraschend kam der Rücktritt von Ingo Wellenreuther am 14.05.2020 demnach nicht, denn der Gegenwind gegen den Präsidenten konnte man nicht als laue Prise, sondern eher als Sturm bezeichnen. Ein Sturm, der die Zeichen auf Neuanfang stellte, die Insolvenz abwendete und die Weichen für eine positive Zukunft ausrichtete.  

Einen “Neuanfang” im Sinne eines Re-Starts gab es auch in der 1. und 2. Bundesliga, doch gewollt war dieser keinesfalls. Zu unserem Unverständnis wurde in unserer Heimat, in unserem Wildpark, am 16.05.2020 das erste Geisterspiele ausgetragen. Siegreich und hilfreich war das Spiel für unsere sportliche Situation allemal, doch von Fußball, wie wir ihn kennen und lieben, kann man bei Geisterspielen nicht sprechen. Eine Konstante gab es aber weiterhin: die BLOCKSCHRIFT. Anstatt sie im Stadion in der Hand zu halten, gab es mit dem ersten Geisterspiel, auch die erste digitale Blockschrift.

Am 14.06.2020 war es soweit, der Vf* Stuttgart war zu Gast im Wildpark. An das Hinspiel im November 2019 erinnern wir uns noch, als wäre es gestern gewesen, denn damals, in der Stadt fernab der badischen Grenze, hat kaum einer von uns das Spiel verfolgen können. Knapp 600 von uns wurden willkürlich ausgewählt und in einem skandalösen Einsatz von der Polizei eingekesselt und mehrere Stunden festgehalten. Die Schwaben spielten im Juni um den Aufstieg, wir gegen den Abstieg. An Brisanz ist dieses Spiel eigentlich nicht zu übertreffen. Doch auf den Rängen wird es keine Brisanz geben, denn auch das zweite Derby erleben wir nicht im Stadion. Kaum einer hat daran geglaubt dieses Derby gewinnen zu können, die sportliche Misere war groß und der essentielle Bestandteil besonders von solchen Spielen hat gefehlt, nämlich WIR. Doch nach 13 Jahren hat unser KSC das schier unmögliche möglich gemacht: WIR SIND DERBYSIEGER!

Jeder Abstiegskampf ist lange, anstrengend, zäh und von Höhen und Tiefen geprägt, wie uns das Jahr 2020 bewiesen hat. Der letzte Spieltag der Saison 2019/2020 hat für unseren Karlsruher SC alles offen gelassen: die ungeliebte Relegation oder doch die Sensation mit dem Klassenerhalt. Der 28.06.2020 hat wohl jedem Karlsruher die letzten, noch übrigen Nerven geraubt, doch das Zittern und Bangen hat sich ausgezahlt. Dank der Schützenhilfe aus Kiel und unserem Zittersieg gegen Fürth, zahlte sich all das Zittern und Bangen aus. In letzter Minute haben wir die Klasse gehalten. Abpfiff in Fürth, Klassenerhalt, ein menschenleeres Stadion, doch Karlsruhe befand sich in Extase – zurecht. Wir empfingen die Mannschaft im Stadion, mit Feuer und Rauch, Liebe und Leidenschaft. Für einen Augenblick konnte jeder von uns die Corona-Pandemie vergessen und die Ängste und Sorgen, um unseren KSC haben sich größtenteils losgelöst. Wir feierten als gewannen wir eine Meisterschaft. Doch für Karlsruhe bedeutet der Klassenerhalt viel mehr, als nur eine weitere Saison in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen. Die Weichen wurden dadurch gestellt, um sich in der nächsten Saison, in den nächsten Jahren, sportlich zu festigen.

Im Juli befand sich der Supporters-Vorstand inmitten der Vorbereitung des Infoabends zu den Präsidentschaftswahlen unseres KSC. Nach dem Rücktritt von Ingo Wellenreuther musste ein neuer Präsident her, der Tradition wegen haben wir, die Supporters Karlsruhe 1986 e.V. zu einer unabhängigen Informationsveranstaltung eingeladen. Trotz den schwierigen Zeiten, in denen Präsenz-Veranstaltungen fast unmöglich sind, war es unser Anspruch neutrale Informationen zu bieten und den Kandidaten der Möglichkeit der Präsentation zu schaffen. Am 26.07.2020 fand eine äußerst gelungene Informationsveranstaltung im Autokino Karlsruhe statt, welche geprägt war von kontroversen Debatten und der Partizipation von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern. Um die Teilnahme aus nah und fern zu ermöglichen, sendete Baden TV einen Livestream von der Veranstaltung.

Ende August übergaben wir gemeinsam mit Vertretern von ULTRA1894 stellvertretend für zahlreiche Einzelunterzeichner und den teilnehmenden offiziellen Fanclubs die Erklärung von “Unser Fußball” an Michael Becker, den Geschäftsführer des Karlsruher SC. Bundesweit forderten und fordern Einzelfans, Fanclubs und Fanorganisationen eine grundlegend neuen und nachhaltigen Fußball. Die Erklärung umfasst Botschaften zu einem fairen Wettbewerb, zur gesellschaftlichen Vorbildfunktion, zum demokratischen, wirtschaftlichen aber vor allem auch nachhaltigen Handeln. Punktuelle Reformen und die Bekämpfung einzelner Symptome  können und dürfen nicht die Lösung sein. Es ist an der Zeit den Profifußball grundlegend zu verändern, dazu stehen vor allem die Vereine und Verbände in der Pflicht, aber auch wir, als Fans müssen unseren Fußballkonsum überdenken.

“Der Ball rollt, das System bleibt krank” lautete das Motto auch in der neuen Spielzeit 2020/2021, welche im September 2020 gestartet ist. Durch Hygienekonzepte bei verschiedenen Freizeitangeboten gab es eine Teil-Rückkehr der Normalität. Die DFL zog nach und entwickelte ebenfalls ein Hygienekonzept, um eine Teil-Rückkehr von Zuschauern zu ermöglichen. Doch der Preis für diesen Tropfen auf dem heißen Stein war hoch: Verbot von Gästefans, personalisierte Tickets, Abstandsregelungen, ein Alkoholverbot. Der ein oder andere wird unseren KSC im Stadion live gesehen haben, vereinbar mit dem Ausleben einer Fankultur sind die Maßnahmen aber sicher nicht. Dies fordern wir auch nicht, denn sie haben gesundheitspolitisch ihren Sinn. Trotzdem gilt es sie kritisch zu hinterfragen. Für uns gibt es weder eine Rückkehr in die Stadien, noch einen organisierten Support. Unser KSC startete also gegen Union Berlin in die erste Runde des DFB-Pokal, allerdings ohne Erfolg. Wir erlebten vor den Bildschirmen eine umkämpfte Partie, doch in der Nachspielzeit überkam uns das Pech, weshalb wir unglücklich den Batzen an Geld verloren, den wir mit dem Einzug in die zweite Runde erhalten hätten.

Ein Alternativ-Programm war für uns die zweite Mannschaft, die furios in die Saison gestartet ist und die Erwartungen eines jeden mehr als erfüllt hat. Von Spieltag zu Spieltag zeigte uns der KSC II, welches Potential in der Mannschaft steckt und wie Liebe und Leidenschaft zu einem Verein auf und neben dem Platz aussieht.

Bei Heimspielen musste unser Container geschlossen bleiben, Auswärtsfahrten fanden keine statt, und der Austausch unter Fußballfans findet und fand, wenn überhaupt, nur noch über das Smartphone statt. Um sich nicht ganz aus den Augen zu verlieren, sich über unseren KSC zu unterhalten, und zumindest ein bisschen “Wildpark-Atmosphäre” genießen zu können, veranstalteten wir am 19.09.2020 ein Saisoneröffnungsfest unter Corona-Auflagen. An einem warmen Sommerabend genossen wir mit vielen von euch das letzte Mal im Wildpark den geliebten Nudeltopf und schwelgten bei Steak, Wurst und den stadionüblichen Getränken in Erinnerungen und Plänen für die Zukunft.

Mit der Spendenübergabe von 1.000 Euro an das Sybelcentrum in Karlsruhe setzten wir im September ein weiteres Zeichen von gesellschaftlicher Verantwortung als Verein in der Stadtgesellschaft. Außerdem wurde “Fußball macht satt” ein halbes Jahr alt, in dieser Zeit konnte die KSC-Familie bereits 7.200 Essensportionen an wohnungslose Frauen in der Stadt Karlsruhe übergeben werden. Im Juni 2020 löste Judith Conlon von “Judy´s Pflug” in Durlach Kevin Wilde von “Nagel´s Kranz” ab und übernahm den gastronomischen Teil des Projektes. Im September strebte man danach das Projekt über die kalte Jahreszeit zu bringen, um so den Wohnungslosen in der Stadt langfristig helfen zu können.

Ein Oktober-Wochenende im Namen der fanpolitischen Arbeit auf Bundesebene verbrachten zwei Vertreter der Supporters bei der ersten Ordentlichen Mitgliederversammlung von “Unsere Kurve” in Braunschweig. Thema war vor allem die Zukunft des Profifußballs und die zukünftige Weiterentwicklung und Marschroute von “Unsere Kurve”.

Ende Oktober war es auch für unseren KSCII vorbei. Sechs Spiele, sechs Siege, Tabellenführer. Der Spielbetrieb wurde in eine lange Pause geschickt, wie es 2021 weitergeht ist weder zu diesem Zeitpunkt, noch jetzt bekannt. Doch die Vorfreude ist riesig den Karlsruher SC II wieder auf dem Platz spielen zu sehen.

Sportlich gesehen tingeln unsere Profis seit Anbeginn der Saison in der unteren Tabellenhälfte herum, wir stehen aber immer wieder auf und lösen uns aus bedrohlichen Plätzen. Die partielle Zuschauerrückkehr wurde nach einigen Spielen wieder ausgesetzt und unsere Blau-Weißen mussten wieder vor Geisterkulisse ran. Der Fokus blieb weiterhin auf dem Herzensprojekt “Fußball macht satt”, welches zwischenzeitlich Existenzängste hatte, da sich das Budget zum Ende neigte. ULTRA1894 rief eine T-Shirt-Aktion ins Leben, um Geld für das Hilfsprojekt zu sammeln. “Karlsruhe solidarisch”, wie es auf den Shirts heißt, entwickelte sich zu einem vollen Erfolg und half dem Projekt ungemein über den Winter zu kommen.

Eine unglaubliche Entwicklung nahm “Fußball macht satt” im Dezember, als bekannt wurde, dass das Projekt über das gesamte Jahr 2021 gesichert ist. Diese Entwicklung entstand dank der großartigen mithilfe der KSC-Familie: ULTRA1894, die offiziellen Fanclubs, die Supporters Karlsruhe, Mitglieder und Fans, die KSC-Gremien, KSC-Partner, regionale Unternehmen, KSC TUT GUT., die 2. Mannschaft, sowie die Profis des KSC. Wir sind unglaublich stolz auf dieses Projekt und dankbar ein Teil von “Fußball macht satt” sein zu dürfen.

Ein schwieriges Jahr neigt sich dem Ende. Wir konnten kaum ein Spiel in diesem Jahr sehen, unsere Emotionen im Stadion zeigen oder unsere Leidenschaft ausleben: Doch Fandasein heißt mehr als seinen Verein bedingungslos zu unterstützen. Fandasein heißt, sich seiner gesellschaftliche Verantwortung bewusst zu werden, sich um die Menschen in der Stadt zu kümmern, egal ob diese einen Bezug zu unserem KSC haben oder nicht. Fandasein beginnt und endet nicht an den Stadiontoren.

„Wir wünschen unseren Mitgliedern und allen Fußballfans einen guten Rutsch und vor allem ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.“